Schiffsfonds



Deutlich mehr als 275.000 – vorrangig deutsche - Anleger haben in mehr als 1.435 deutschen Schiffsfonds investiert. Das eingeworbene Eigenkapital beträgt laut Feri (vgl. Feri EuroRating Services AG, Gesamtmarktstudie Beteiligungsmodelle 2010) 32,45 Mrd. EUR (bei einem Fondsvolumen von ingesamt 77,20 Mrd. EUR). Laut Scope betrugen die durchschnittlichen weichen Kosten bei Schiffsfonds auf das Anlegerkapital inkl. Agio 22,1 Prozent (zum Vergleich bei inländischen Immobilienfonds 18,3 %, bei ausländischen 15,6 %).

Insbesondere die Containerschiffahrt ist weltweit von der Auswirkungen der Finanzkrise und der Weltwirtschaftskrise betroffen. Daneben sind selbstverschuldet Überkapazitäten auch durch zu hohe Neubestellungen geschaffen worden. Weltweit gibt es derzeit 4.746 Containerschiffe. Nach der Fertigstellung der in Bau befindlichen werden es mehr als 5.500 sein. Davon haben nach Schätzungen knapp 500 Schiffe noch keinen Chartervertrag (Quelle: Institut für Seewirtschaft und Logistik ISL). Deutschland hat die größte Containerschiffflotte der Welt mit einem Weltmarkt-Anteil von etwa 34 Prozent (2008). Rund ein Drittel der weltweiten Containerschiffsflotte wurde von deutschen geschlossenen Fonds finanziert und wird von diesen bewirtschaftet (Quelle: Verband Geschlossene Fonds).

Derzeit befinden sich zahlreiche Containerschiffe mit Anlegerbeteiligung in wirtschaftlicher Schieflage. Inbesondere kleinere Containerfeeder und sogenannten Einschiffgesellschaften haben Probleme.

Anleger müssen sich aktuell mit folgenden Problemen befassen: Bei wirtschaftlicher Schieflage der Fondsgesellschaft werden zunächst keine Ausschüttungen mehr vorgenommen. Teilweise beschließen auf Initiative der Fondsgeschäftsführung zur angedachten Sanierung der Fonds Gesellschaftversammlungen die Erbringung von Nachschüssen, ohne dass i.d.R. die Gesellschafter hierzu rechtlich verpflichtet wären. Weiterhin werden von der Fondsgeschäftsführung oder dem Treuhänder erhaltene Ausschüttungen zurückgefordert. Auch dies läßt sich meist rechtlich nicht durchsetzen. Etwas anderes gilt für die Insolvenz des Schiffsfonds und der Rückforderung der Ausschüttungen durch den Insolvenzverwalter. Schließlich kann die innenfinanzierende Bank durch „Loan to Value“-Klauseln die Stellung zusätzlicher Sicherheiten von den Emissionshäusern und den Anleger verlangen.

Als Faxabruf können Sie von uns generelle Informationen zu den rechtlichen Ansatzpunkten für einen Ausstieg aus Schiffsfonds anfordern.